Krankheiten

Krankheiten des Bewegungsapparates

Arthrose

Arthrose Hund Katze Pferd

Die Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, bei der es zu einem übermäßigen Gelenkverschleiß kommt. Durch eine angeborene Minderwertigkeit des Knorpels oder einen durch Alter erworbenen Elastizitätsverlust, sowie mechanische Überbelastungen oder Entzündungen, kommt es zu Knorpelschädigungen und im weiteren Verlauf zu Veränderungen am Knochen. 

Betroffene Tiere zeigen unter anderem gering- bis hochgradige Lahmheiten und Bewegungsunlust. 

Der Prozess ist nicht rückgängig zu machen, aber durch Physiotherapie und geeignete Nahrungsergänzungsmittel lässt sich der weitere Knorpelabbau verlangsamen, die Bewegungsfähigkeit der Gelenke wird erhalten und verbessert, Verspannungen in der Muskulatur werden gelöst und Schmerzen werden gelindert.

Spondylose

Die Spondylose ist eine degenerative Erkrankung der Wirbelsäule und beschreibt arthrotische Veränderungen im Bereich der Wirbelgelenke oder der Bandscheiben. In der Folge kommt es zu Bewegungseinschränkungen und Steifheit, Schmerzen, Muskelverspannungen und durch die Lokalisation an der Wirbelsäule teilweise zu neurologischen Symptomen. Die Spondylose ist nicht heilbar, aber durch Physiotherapie lassen sich Schmerzen lindern, Muskelverspannungen lösen und die allgemeine Beweglichkeit erhalten und verbessern.

Bandscheibenvorfall

Bandscheibenvorfall Hund Katze Pferd

Der Bandscheibenvorfall ist eine Erkrankung der Wirbelsäule, bei der durch eine Beschädigung des Faserknorpelrings der Bandscheibe, der gallertartige Kern in den Wirbelkanal austreten kann und dadurch zu einer Nervenkompression führt.

Ursachen sind häufig Fehlbelastungen, aber auch angeborene Knorpelschwächen.

Symptome sind starke Schmerzen, Taubheitsgefühle und gelegentlich Lähmungserscheinungen. Schwere Vorfälle müssen operativ behandelt werden, leichtere Vorfälle können konservativ mit Schmerztherapie und Physiotherapie behandelt werden. Das Behandlungsziel ist die Schmerzlinderung, Verspannungslösung, Verbesserung von Koordination und Propriozeption, Muskelatrophieprophylaxe sowie die Anregung der Nervenfunktion.

Bizepssehnenetzündung

Bizepssehnenentzündung Hund Katze Pferd

Die Bizepssehnenentzündung ist eine Entzündung der Sehne des Musculus biceps brachii, die meist durch eine Überbelastung entsteht und stark schmerzhaft ist und so zu Lahmheiten der betroffenen Gliedmaße führen kann. Bei chronischen Entzündungen wird häufig zu einer Operation geraten, bei der der Muskel durchtrennt wird. Meist lässt sich dies jedoch vermeiden durch Schonung in Kombination mit Physiotherapie. Ziel ist hier die Schmerzlinderung, Entzündungshemmung, Anregung der Durchblutung und des Stoffwechsels der Sehne um den Heilungsprozess zu beschleunigen, das Verhindern einer Muskelatrophie durch die Schonung, das Lösen von Verspannungen durch Fehlbelastungen und die Normalisierung des Gangbilds.

Frakturen

Fraktur Hund Katze Pferd

Bei einer Fraktur (Knochenbruch) ist die Kontinuität des Knochen teilweise oder komplett unterbrochen. Ursachen dafür sind zum Beispiel traumatische Einwirkungen, eine Vorerkrankung, die die Knochenstruktur beeinflusst oder eine Ermüdung durch Überlastung. Symptomatisch zeigen sich meist starke Schmerzen und Schwellungen, Lahmheiten und ein Funktionsverlust des betroffenen Körperteils. Behandelt wird ein glatter Bruch meist konservativ mit einem Gipsverband, Trümmerbrüche und Brüche mit Verschiebungen (Dislokationen) werden operativ mithilfe von Schrauben und Nägeln wieder zusammengesetzt. Durch die Ruhigstellung kommt es zum Abbau der Muskulatur an der betroffenen Stelle und durch die Fehlbelastung zu Verspannungen in anderen Bereichen. Mit Physiotherapie wird diesen Fehlhaltungen entgegengewirkt, die Muskulatur wird nach der Schonungsphase wieder aufgebaut und das Tier wieder zu einem normalen Gangbild gebracht.

Hüftdysplasie

Hüftdysplasie Hund Katze Pferd

Die Hüftgelenksdysplasie ist eine angeborene oder erworbene Fehlstellung des Hüftgelenks, bei der Oberschenkelkopf und Hüftpfanne nicht richtig ineinander passen.

Symptome sind Lahmheiten in der betroffenen Gliedmaße, Schmerzen, Bewegungsunlust, insbesondere Probleme beim Springen und der sogenannte LSÜ-Twist.

Schwere Fälle können operativ durch ein künstliches Hüftgelenk oder eine Femurkopfresektion behandelt werden. Im Anschluss wird Physiotherapie zum Muskelaufbau, Schmerzlinderung und zur Erreichung eines normalen Gangbildes eingesetzt.

Leichtere Fälle können ohne OP behandelt werden, das Ziel der Physiotherapie ist die Schmerzlinderung, Muskellockerung und Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit und insbesondere die Vorbeugung von Arthrosen, welche durch die Fehlstellung fast immer eine Folge ist.

Kreuzbandriss

Der Kreuzbandriss ist eine der häufigsten orthopädischen Erkrankungen beim Hund und betrifft fast immer das vordere (kraniale) Kreuzband.

Die Ursache ist meist degenerativ. Durch die besondere Anatomie des Hundes im Kniegelenk wird das vordere Kreuzband stark beansprucht und nutzt sich immer weiter ab bis es schließlich komplett reißt. Große Hunderassen sind hier besonders häufig betroffen aber durch eine genetisch veranlagte Bänderschwäche oder Übergewicht kann es auch andere Hunderassen treffen und kommt auch häufig beidseitig vor. Bei Katzen kommt es sehr selten vor und ist in diesen Fällen fast immer traumatisch bedingt.

Symptomatisch zeigt sich ein Kreuzbandriss durch Lahmheit des betroffenen Beins, besonders beim Anlaufen. Das Bein wird nur mit den Zehenspitzen belastet und im Sitzen wird das Bein zur Seite ausgestreckt. Da das Kreuzband häufig erstmal nur angerissen wird, kann die Lahmheit auch episodisch auftreten und zwischendurch asymptomatisch sein. Je schneller ein Kreuzbandriss erkannt wird, desto besser kann man die Entstehung von Arthrose verhindern.

Die Diagnose erfolgt durch den Tierarzt mit dem sogenannten Schubladen Test, wenn das Kreuzband gerissen ist, lassen sich Ober- und Unterschenkel gegeneinander verschieben.

Ein Kreuzbandriss wird fast immer operativ behandelt. Hier kommt meist eine TPLO (Tibia Plateau Leveling Osteotomie) zum Einsatz. Im Anschluss daran wird die Physiotherapie eingesetzt um die Funktion des Kniegelenks wiederherzustellen, ein normales Gangbild zu erreichen, Arthrose vorzubeugen und Fehlbelastungen in anderen Körperregionen auszugleichen.

Iliosakralgelenksblockaden

Iliosakralgelenksblockade Hund Katze Pferd

Das Iliosakralgelenk ist die knöcherne Verbindung zwischen dem Kreuzbein und dem Becken. Durch Überbelastungen, Beckenschiefstände oder sonstige Schon- und Fehlhaltungen kann es zu Blockaden und in der Folge zu starken Schmerzen im unteren Rücken kommen. Unbehandelt können dadurch Probleme mit den Bandscheiben oder Arthrosen entstehen. Durch verschiedene Techniken der Physiotherapie lassen sich die Blockaden lösen und die Schmerzen lindern.

Zuckende Haut und gesträubtes Fell

Gesträubtes Fell bei unseren Tieren kann verschiedene Bedeutungen haben. Die meisten kennen es beim Kontakt mit Artgenossen als Zeichen von Aufregung oder Angriffslust.

Im Ruhezustand deutet gesträubtes Fell meist auf Unwohlsein hin, zum Beispiel durch Schmerzen, Krankheit, Angst oder Kälte.

Ist das Tier ansonsten gesund und fühlt sich wohl, können gesträubte Haare allerdings auch auf beginnende Probleme im Bewegungsapparat hinweisen. Besonders wenn diese lokal an einer Stelle (vor allem im Bereich der Wirbelsäule) sind und in Verbindung mit Zucken der Haut bei Berührung stehen oder vermehrt beleckt oder beknabbert werden, können sie auf Wirbelblockaden, verspannte Muskulatur oder verklebte Faszien hindeuten. Oftmals merkt man den Tieren in der Bewegung die Probleme garnicht an, aber es lohnt sich diese frühzeitig kontrollieren und beheben zu lassen, damit es langfristig nicht zu größeren Problemen kommt.

Krankheiten des Verdauungsapparates

Zahnstein und Zahnfleischentzündungen

In der Maulhöhle von Hunden und Katzen befinden sich natürlicherweise zahlreiche Bakterien, die sich in ihrer Funktion um krankmachende Keime kümmern. Je nach Veranlagung, z.B. der Zusammensetzung des Speichels funktioniert jedoch die Selbstreinigungskraft nicht, Essensreste lagern sich an, das Milieu gerät aus dem Gleichgewicht und die Tiere werden anfällig für Zahnstein. Dadurch kann es außerdem zu Zahnfleisch- und Kieferentzündungen und langfristig zu Herzkrankheiten kommen. Zahnstein zu behandeln und am besten direkt vorzubeugen ist also sehr wichtig für die Gesundheit unserer Tiere. Gerne berate ich zur Zahnsteinprophylaxe und zur Entfernung von kleinen Zahnsteinstellen. Größere Ablagerungen müssen vom Tierarzt unter Narkose entfernt werden.

Krankheiten der Augen und Ohren

Othämatom

Das Blutohr (Othämatom) kommt häufig bei Hunden mit Schlappohren vor. Durch eine vorangegangene Ohrenentzündung, Fremdkörper im Ohr oder sonstiges schüttelt der Hund seinen Kopf, wodurch die kleinen Blutgefäße in den Ohren reißen, es findet eine Einblutung zwischen Haut und Knorpel statt und das Ohr schwillt an.

Unternimmt man nichts dagegen bildet sich das Blutohr zwar meist innerhalb von ein paar Wochen wieder zurück, doch dadurch entstehen Vernarbungen, das sogenannte Blumenkohlohr, was zu Problemen führen kann.

Die Standardbehandlung ist die Punktion mit einer Spritze, diese muss allerdings mehrfach wiederholt werden, da sich das Blutohr schnell wieder füllt. Bei größeren oder immer wiederkehrenden Hämatomen wird es dann operativ behandelt.

Eine gute Alternative ist daher das Ansetzen von Blutegeln in Kombination mit abschwellenden Mitteln. 

Natürlich sollte aber ebenfalls die Ursache für das Schütteln beseitigt werden, damit das Problem nicht wieder auftritt.